Warum dein Wunsch Zeit braucht
Aktualisiert: 8. Sept.
Wenn dein Wunsch noch nicht sichtbar ist
Du hast dir etwas von Herzen gewünscht. Du hast deinen Wunsch hinausgeschickt, daran geglaubt und vielleicht sogar schon gespürt, wie schön wäre es, wenn er Wirklichkeit wird. Und dann passiert erst einmal: nichts.
Eine Woche vergeht. Vielleicht zwei oder drei. Und irgendwann schleicht sich dieser Gedanke ein: „Bei mir funktioniert das sowieso nicht.“
Genau darüber sprach Erzengel Gabriel bei einem unserer Channel Events. Und er verwendete dafür ein Bild, das mir besonders gut gefallen hat.
Der Samen ist längst gesetzt
Gabriel sagte: „In dem Moment, in dem der Samen gesetzt ist, dauert es etwas Zeit, bis er wächst.“
Wenn du eine Blume pflanzt, ist das für dich vollkommen selbstverständlich. Du setzt den Samen in die Erde, gießt ihn und vertraust darauf, dass etwas geschieht. Du würdest doch nicht nach drei Tagen die Erde wieder aufgraben, um nachzusehen, ob der Samen überhaupt wächst. Du weißt, dass er Zeit braucht.
Doch bei unseren eigenen Wünschen haben wir diese Geduld häufig nicht. Wenn wir nach kurzer Zeit noch nichts sehen, beginnen wir zu zweifeln. Wir fragen uns, ob wir etwas falsch gemacht haben, ob unser Wunsch überhaupt gehört wurde oder ob es bei uns einfach nicht funktioniert. Dabei sehen wir vielleicht nur noch nicht, was bereits im Verborgenen wächst.
Manche Dinge brauchen ihre Reifezeit
Gabriel brachte an diesem Abend noch ein weiteres Beispiel: „Denkt doch mal daran, wie lange es braucht von der Zeugung eines Babys bis zur Geburt.“
Auch dort erwarten wir nicht nach wenigen Wochen das fertige Ergebnis. Wir wissen, dass Entwicklung Zeit braucht. Und vielleicht dürfen wir unseren Wünschen manchmal genau diese Zeit zugestehen.
Je größer ein Wunsch und je größer die damit verbundene Veränderung ist, desto mehr darf sich möglicherweise erst entwickeln, ordnen oder zusammenfügen. Vielleicht ist dein Wunsch also gar nicht vergessen worden. Vielleicht ist er einfach noch nicht so weit und noch ein Embrio, der weiter wachsen darf.
Und wenn sich ein Wunsch gar nicht erfüllt?
Manchmal warten wir auf einen Wunsch und sind vollkommen davon überzeugt, dass genau das die richtige Lösung für uns wäre. Doch was, wenn er sich trotzdem nicht erfüllt?
Dann muss das nicht bedeuten, dass du etwas falsch gemacht oder nicht genügend vertraut hast.
Manchmal kann ein nicht erfüllter Wunsch auch ein Schutz sein
Vielleicht möchtest du unbedingt einen bestimmten Menschen an deiner Seite haben, einen bestimmten Job bekommen, eine Wohnung finden oder einen ganz bestimmten Weg einschlagen. Wenn es nicht funktioniert, sind wir zunächst enttäuscht und verstehen vielleicht überhaupt nicht, warum uns dieser Wunsch verwehrt bleibt.
Doch manchmal erkennen wir erst Monate oder sogar Jahre später, wofür es gut war. Vielleicht hätte uns genau dieser Weg nicht gutgetan. Vielleicht wäre eine Situation entstanden, deren Folgen wir damals noch gar nicht überblicken konnten. Oder es durfte etwas anderes in unser Leben kommen, das viel besser zu uns passte.
Ich habe selbst schon Situationen erlebt, bei denen ich im ersten Moment dachte: „Warum hat das nicht funktioniert?“ Und rückblickend war ich dankbar dafür.
Deshalb bedeutet Vertrauen für mich nicht, darauf zu bestehen, dass jeder Wunsch genauso in Erfüllung gehen muss, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Vertrauen bedeutet auch, sagen zu können: „Das ist mein Wunsch. Ich tue das, was ich dazu beitragen kann. Aber wenn dieser Weg nicht gut für mich ist, vertraue ich darauf, dass sich ein anderer zeigt.“
Vielleicht wächst dein Samen also noch. Vielleicht braucht er einfach mehr Zeit. Oder vielleicht bewahrt dich das Leben gerade davor, eine Pflanze wachsen zu lassen, die gar nicht in deinen Garten gehört.
Was braucht dein Samen?
Anstatt immer wieder zu fragen: „Warum ist mein Wunsch noch nicht da?“, könntest du dich fragen: „Was braucht mein Samen noch, damit er wachsen kann?“
Vielleicht braucht er Vertrauen, Hoffnung oder Zuversicht. Vielleicht braucht er einen konkreten Schritt von dir. Und vielleicht braucht er genau das, was Gabriel an diesem Abend immer wieder betonte: Freude, Freude, Freude.
Denn eine Pflanze wächst nicht schneller, wenn wir jeden Tag ungeduldig an ihr ziehen. Wir können sie gießen, ihr Licht geben und für gute Bedingungen sorgen. Aber wachsen muss sie selbst.
Muss ich meinen Wunsch dann loslassen?
Auch diese Frage kam bei unserem Channel Event auf. Schließlich hören wir immer wieder, dass wir unsere Wünsche loslassen sollen, damit kein Druck entsteht.
Gabriels Antwort darauf fand ich sehr schön: "Wenn du deinen Wunsch loslassen kannst und trotzdem im Vertrauen bleibst, dann lass ihn los. Doch wenn du immer wieder liebevoll an deinen Wunsch denkst, dich darauf freust und dir vorstellst, wie schön seine Erfüllung wäre, muss das nicht bedeuten, dass du daran festhältst."
Es kommt vielmehr darauf an, aus welchem Gefühl heraus du dich mit deinem Wunsch beschäftigst. Aus Angst und Ungeduld? Oder aus Freude, Zuversicht und Vertrauen? Das ist ein großer Unterschied.
Aus welchem Gefühl heraus wünschst du?
Auch darauf machte Gabriel aufmerksam. Wenn wir uns etwas aus Angst, Verzweiflung oder einem Gefühl des Mangels heraus wünschen, sind diese Gefühle sehr stark mit unserem Wunsch verbunden.
Darum finde zunächst wieder zu dir. Werde ruhig und richte deinen Blick auf das, was du dir wirklich wünschst. Frage dich: „Wie möchte ich mich fühlen, wenn mein Wunsch Wirklichkeit wird?“
Und vielleicht kannst du genau dieses Gefühl schon heute ein kleines Stück in dein Leben holen. Du musst nicht erst auf die Erfüllung deines Wunsches warten, um Freude, Hoffnung oder Zuversicht empfinden zu dürfen.
Für dich zum Mitnehmen
Denk einmal an einen Wunsch, auf dessen Erfüllung du schon länger wartest. Vielleicht musst du nicht jeden Tag überprüfen, ob er endlich sichtbar wird. Vielleicht darfst du dir stattdessen sagen:
„Mein Samen ist gesetzt. Ich gebe ihm Vertrauen, Freude und die Zeit, die er zum Wachsen braucht.“
Und dann frage dich:
„Was kann ich heute dazu beitragen, damit mein Samen gute Bedingungen zum Wachsen hat?“
Manche Wünsche brauchen Zeit. Manche brauchen unseren Mut und unser Handeln. Manche führen uns auf einen ganz anderen Weg, als wir ursprünglich gedacht haben. Und manche erfüllen sich vielleicht nicht, weil sie im Nachhinein betrachtet gar nicht gut für uns gewesen wären.
Wir wissen nicht immer sofort, was davon gerade geschieht. Und genau hier beginnt für mich Vertrauen.
Säe deinen Wunsch. Pflege ihn mit Freude. Gib ihm die Zeit, die er braucht. Und vertraue darauf, dass manchmal auch ein anderer Weg der richtige für dich sein kann.
Von Herzen, deine Sigrun






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